on whitney...







... so flimmerte es von überall... Facebook, Zeitung, Nachrichten... blabla bla yada yada...
ich wollte nicht auch noch eine RIP Meldung machen- also hatte ich keinen Kommentar dazu.
Was sollte ich auch schreiben, was nicht irgendjemand anderes bereits schon geschrieben hat?! Und was würde das überhaupt ändern.
Stattdessen verbrachte ich den gestrigen Tag, als wäre nichts passiert... ich lieferte Essen im Namen meiner Familie aus, trocknete Unmengen an Tellern, wischte den Boden und fiel schließlich mit Muskelkatern in einen ohnmachtsähnlichen Winterschlaf. Auch der heutige Tag war recht unspektakulär... ich traf mich mit einem Freund, der mir eine schöne, lebenseinschneidende Nachricht verküdendete... freute mich mit ihm und trank zwei Kaffee.
Ging heim und konnte es gar nicht abwarten, den neuen Wlan Anschluss im Bett bis zum Äußersten zu testen. Kontrollierte all meine Bloglesezeichen. Kunst, Fashion, Gossip. In umgekehrter Reihenfolge. Reale Nachrichten lasse ich bewußt aus.
Nach zwei Tagen Hype... dachte ich, wäre es cool genug, Whitney Houston Lieder zu hören. Wer will schon was hören, nur weil jemand tot ist? ICH entscheide mich dazu! Keiner beeinflusst mich. Ich fing also mit I'm your baby tonite  an. Ging über zur Live-Version. Sie sang für die Soldaten und Marineleute. Alle wippten mit. Die meisten sangen sogar mit. Whitney trägt einen grünen Anzug und sieht trotzdem unglaublich schön aus. Einen passenderen Ausruck gibt es dafür nicht. 
Schön. 
Jung. 
Wunderschön. 
1991.
21 Jahre ist das nun her. Ich war zu dem Alter 7. Wohnte mit meinen Eltern in Essen Hörsterfeld in einer Sozialwohnung. Nicht das daran was verwerfliches war oder das nun einen Ghetto-Pluspunkt geben soll. Es war halt bloß so.
Jeder in meinem Bekanntenkreis fand sie toll. Begabt. Ich summte immer in meinen Gedanken mit, wenn ich ihre Musik hörte. Singen konnte ich diese englische, für mich zu der Zeit unverständliche Sprache, noch nicht.
Wie dem auch sei... ich klickte durch weitere Live Auftritte... Und schlagartig musste ich weinen... das ging eine Stunde so... Zwischenzeitlich rief mein Vater an. Ich täuschte plötzlichen Schnupfen vor. Ist auch logischer, als zu erklären, dass ich wegen Whitney weine...
Was mich daran bewegt hatte... keine Ahnung... natürlich... der Tod existiert... aber genauso wie die realen Nachrichten verdränge ich diesmals oft in meiner Gedankenwelt.
Ich denke nicht darüber nach, dass ich zwischen Kindheits-Lieblingssong und ihren Tod kaum bedautsame 3 cm in meiner Karriereleiter weiter gekommen bin. Auch nicht, dass vielleicht auch jemand aus meinem näheren Bekanntenkreis mal sterben könnte.
Es ist bloß dieses plötzliche und Unwiderrufbare, was mich tierisch fertig macht.